IT-Recht & Datenschutz

Urheberrecht: Warum Google-Bilder nicht nutzungsfrei sind




Urheberrecht BildrechteWorld-Wide-Web. Heutzutage sind Bilder für die eigene Website so gut wie unverzichtbar. Sie werten die Website optisch auf und verhelfen zum besseren Ranking.
Ein Beispiel: Für den neuen Blogeintrag über selbstfahrende Autos fehlt nur noch das passende Bild. Kein Problem: Kurz bei Google Bilder reinschauen, Stichwort „selbstfahrendes Auto“ eingeben, Bild aussuchen, abspeichern und in den Artikel laden. Ganz so einfach wie beschrieben gestaltet es sich in Realität jedoch nicht, wenn es um das Urheberrecht geht.

Zu erstmal gilt: §1 des Urheberrechtsgesetzes (UrhG), „Allgemeines“, versichert den urheberrechtlichen Schutz jener Werke der Literatur, Wissenschaft und Kunst. Das bedeutet, dass der Urheber automatisch mit Erstellung des Werkes das alleinige Vervielfältigungsrecht (§ 16), Verbreitungsrecht (§ 17) und Ausstellungsrecht (§ 18) genießt.

Im Klartext: Wer nun Bilder aus Google speichert und verwendet, genauer vervielfältigt, veröffentlicht oder ausstellt, verletzt so gut wie immer das Urheberrecht und macht sich strafbar. Jetzt stellen sich folgende Fragen: Wie kann man verhindern, sich strafbar zu machen? Und woher weiß man, wem welches Bild gehört und ob man es benutzen darf?

Bilder nach Nutzungsrechten filtern


Die Antwort liefert der Google-Suchfilter.

Google hat mit seinem Angebot der Bildersuche gleich an das Wesentliche gedacht: Der Filter zu Nutzungsrechten. Anwendbar ist dieser mit einem Klick auf den Reiter "Suchoptionen". Fünf Möglichkeiten bietet uns Google: Keine Lizenz-Filter, zwei Filter zur alleinigen Wiederverwendung und zwei Filter zur Wiederverwendung und Veränderung, dabei jeweils kommerziell oder nichtkommerziell. Wenn Sie mal ausprobieren "selbstfahrendes Auto" einzugeben und den Filter auf "zur Wiederverwendung gekenntzeichnet" setzen, werden Sie schnell merken, dass viele der Bilder von Wikipedia stammen. Wikipedia räumt das Urheberrecht ein und verleiht seinen Bildern den Status "gemeinfrei" (frei zugänglich). Die ausführlichen Lizenzbedingungen sind unter "weitere Einzelheiten" des jeweiligen Wikipedia-Bilds zu lesen.

Das bedeutet nun: Nur die Bilder, die durch den Nutzungsrechte-Filter auftauchen, dürfen Sie verwenden. Nicht immer wird der Urheber erwähnt, da dies kein zwingendes Muss ist. Doch auch hierbei gilt, dass Sie die einzelnen Lizenzbedingungen auf der entsprechenden Website zum Bild unbedingt nachlesen müssen. Der Suchfilter bietet nämlich keine hundertprozentige Garantie.

Tipp: Einige Künstler stellen auf Nachfrage die Verwendung ihrer Bilder frei, sobald ein namentlicher Verweis auf den Urheber erfolgt. Dabei sollte jedoch unbedingt ein Vertrag geschlossen werden, der den Umfang der Rechte deklariert, um Missverständnisse und Abmahnungen zu vermeiden.

Stockfotos räumen Urheberrecht ein


Neben dem Google-Suchfilter gibt es noch eine simple und sichere Möglichkeit, Bilder legal für verschiedenste Zwecke zu verwenden: Sogenannte Stockfotos. Auf Seiten wie fotolia bieten Künstler wie Grafiker und Fotografen ihre Bilder an. Mittels kaufbaren Credits können Lizenzen dafür erworben werden. Kunden wählen, je nach Einsatzzweck, die Bildgröße aus (XS bis XXL) und entscheiden darüber hinaus zwischen Standard- und erweiterter Lizenz.

Mit der Standardlizenz genießen die Kunden sorglos die „exklusive, unbefristete [...], nicht übertragbare Lizenz zu Gebrauch, Wiedergabe, Änderung oder Zurschaustellung des Werks."* So können Sie also sichergehen, dass Sie die Bilder verwenden, veröffentlichen und sogar verändern dürfen. Das auch, ohne den Namen des Urhebers nennen zu müssen. Weitere Bildagenturen, von denen Sie zweifelsfrei Gebrauch machen können, sind Adobe Stock, shutterstock und die kostenfreie Variante pixabay.

*(zitiert nach Fotolia, 2.1 Standard Lizenz)




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Über den Artikel

Urheberrecht: Warum Google-Bilder nicht nutzungsfrei sind

Beitrag veröffentlicht am von Jenny Smolka, in den Kategorien:


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Guten Tag! Schön, dass Sie den IT-Blog lesen. Ich bin Jenny Smolka - leidenschaftliche Journalistin und Fotografin. Für die SD Software Design GmbH schreibe ich Gastbeiträge.



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